Archiv für Manfred

Win8-Tablets – schöne neue Tablet-Welt mit Hürden

Viele Lehrer sind begeistert von Apples iPad. Die intuitive Bedienung, die schnelle
Einsatzbereitschaft und die vielen neuen Möglichkeiten, die Video-, Bild- und
Tonbearbeitung bieten, machen das iPad zum scheinbar idealen Computer für die Schule.
Leider stellt Apple den engagierten Kollegen einige Hürden in Weg. So ist es mit dem iPad nicht ohne weiteres möglich, Inhalte per USB-Stick vom Gerät zu sichern, um sie auf dem heimischen PC weiter bearbeiten oder sichern zu können. Auch können bewährte Programme nicht einfach auf dem iPad installiert werden, sondern die Programme, die Apple Apps nennt, müssen exklusiv aus dem AppStore bezogen werden.
Meine Erfahrungen aus einem Jahr iPad Einsatz in der Schule zeigten mir, dass diese Hürden nicht leicht überwunden werden können und dass sie den Einsatz der Geräte im Unterricht doch deutlich behindern. So waren meine Erwartungen an ein Windowstablet recht hoch, da diese Hürden hier ja nicht bestehen. Leider enttäuschten mich meine ersten Erfahrungen mit Windows-Tablets im Wesentlichen aus zwei Gründen: zum einen waren die ersten Geräte nicht mit einem echten Windows 8 Betriebssystem ausgestattet,
sondern mit der abgespeckten Version Windows RT, welche bezüglich der Programme ebenso einschränkend war wie das iPad-Betriebssystem.
Es konnten nur spezielle Programme aus dem Microsoft Appstore installiert werden. Der zweite Grund für meine Enttäuschung lag in der relativ geringen Akkustandzeit der Windows-Tablets. Windows 8 ist deutlich ressourcenhungriger als als Apples iOS und saugt die Tablet-Akkus entsprechend schneller leer.

Die Lösung
Eine Lösung für diese Probleme stellt das Elitepad 900 der Firma Hewlett Packard dar. Vor kurzem im Tabletsektor noch totgesagt, hat HP ein Windows 8-Tablet auf den Markt gebracht, das mich in der Grundkonfiguration erst einmal nicht vom Hocker reißt. Es ist zwar ähnlich gut verarbeitet und anzuschauen wie das iPad, hat aber ebenfalls keine weiteren Anschlüsse als den zentralen Dockanschluss. Es muss also auch bei diesem Gerät ein Adapter verwendet werden, um z.B. USB nutzen zu können. Das Betriebssystem ist ein vollwertiges Windows 8, voll abwärts kompatibel zu allen gängigen Lernprogrammen herkömmlicher PCs.


Interessant wird das Elitepad aber vor allem durch sein durchdachtes Zubehör.
Zum einen gibt es eine Schutzhülle, in die ein Zusatzakku und diverse externe
Anschlüsse integriert sind. Zusätzlich zum Dockanschluss stehen einem damit zwei vollwertige USB- und ein ebenfalls vollwertiger HDMI-Anschluss zur Verfügung. Darüber hinaus ist auch noch ein SD-Card-Reader in die Hülle integriert. Damit springt das Tablet, was Akkustandzeit und Anschlüsse anbelangt in die Kategorie der Ultrabooks.

Zum anderen gibt es für das Elitepad eine massive, für den Schulalltag taugliche Dockingstation mit 4 USB-, 1 HDMI-, 1 VGA- und einem LAN-Anschluss. Auch Audio-Out und Kensington-Schloss sind vorhanden. Das Elitepad passt mit Hülle in diese Dockingstation.
Billig ist dieser Spaß allerdings nicht: 730€ für die 64GB Version (die braucht man auch für Windows 8!), und zusätzlich je 120€ für Dockingstation und Jacket lassen den Preis ohne Tastatur, Maus oder Stylus auf beinahe 1000€ hochschnellen. Das ist schon eine Hausnummer! Allerdings ist wirklich alles super verarbeitet, mit tollen Materialien und Qualität hat eben ihren Preis. Soll ja auch einige Zeit halten.

 

Ernüchterung
Erwartungsvoll gespannt packte ich das Gerät aus und begann es ausgiebig zu testen. Vor allem die USB-Anschlüsse direkt am Gerät und der LAN-Anschluss begeisterten mich.
Auch der externe Bildschirm war nicht zu verachten. Ein tolles Gerät!
Als ich anfing Programme zu installieren und das Gerät für meine Bedürfnisse
einzurichten, staunte ich doch immer wieder über die Langsamkeit der
Installationsprozesse und den hakeligen Gesamteindruck. Vom iPad war ich da anderes gewohnt. „Dafür ist das ja aber auch ein vollwertiges Windows 8“, sagte ich mir. Allerdings ist der Bildschirm für viele Windowsfunktionen doch sehr klein und die Arbeit wird eher zu einem Gefummel.
Abends im Garten machte ich probehalber einige Fotos. Zuvor war ich schon recht enttäuscht über die mageren Funktionen der Kamera-App (Zoom per Pinch-Geste bibt es z.B. nicht) und das völlig unintuitive Verwalten der geschossenen Fotos.
Was ich aber nun an Ergebnissen erhielt, ernüchterte mich doch sehr. Aufnahmen von einigen violetten Blüten erschienen auf dem Bildschirm des Elitepads in Kornblumenblau!
Außerdem war das in der Dämmerung aufgenommene Bild sehr verrauscht. Ich nahm mein iPad, um Vergleichsfotos zu schießen. Die Ergebnisse sprechen für sich:

 

Fazit
Was macht die Begeisterung so vieler Lehrer für das iPad aus?
Es ist vor allem der unkomplizierte Umgang mit Bildern und Videos, der diese Geräte von allen bisher in der Schule eingesetzten Computern unterscheidet.
Das iPad ersetzt keinen Desktoprechner, es ist etwas vollkommen anderes. Es ist im Wesentlichen ein Gerät, mit dem ich Multimedia intuitiv manipulieren kann, wortwörtlich.
Dank seiner hervorragenden Kamera und systemeigenen Foto- und Videoapp gelingt es uns Nutzern spielend leicht, Präsentationen, Videos, Trickfilme oder Bildergeschichten zu
erstellen.
Dies alles kann das Windows-Tablet von HP leider beinahe ebenso schlecht, wie ein Desktop-PC. Hinzu kommt die Hakeligkeit sowie die vielen Fehler- und Warnmeldungen des Windows Betriebssystems, die ich bei der Benutzung des Elitepads schlicht als Rückschritt empfunden habe.
Klar, es ist ein vollwertiges Windows 8 Gerät. Doch was bringt mir das für den schulischen Einsatz, wenn die ganze Freude und Begeisterung der einfachen Benutzbarkeit und des beinahe haptischen Erlebnisses im Umgang mit Multimediadateien fehlen?
Dann doch lieber einen handfesten PC, der zumindest ordentlich und sicher in ein
schulisches Netzwerk eingebunden werden kann, auf dem ich meine Software remote verteilen kann und für das Fotografieren nehme ich eben eine Digitalkamera.
Aus der Traum.
Schade.

© B. Kling, Georg-Kropp-Schule Wüstenrot

 

Die erste iPad-Klass​e an einer Schule für Körperbehi​nderte

Über den Bolg UK, bei dem es um Sonderpädagogik/ Unterstützte Kommunikation geht, hatte das Team von Schule-iPad bereits vor einem Jahr berichtet.

Seit April 2013 ist die Klasse von Igor Krstoski die erste iPad-Klase an einer Schule für Körperbehinderte.

Artikel der Schwäbischen Zeitung

Das Projekt wird aktuell von einem Studenten der PH Reutlingen wissenschaftlich untersucht.

Im nächsten Schuljahr werden auch Studenten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die iPad-Klasse begleiten.

iPads in der paedML-Windows

paedML® die Musterlösung für schulische Computernetze

Das Arbeiten mit dem Computer an Schulen in Baden-Württemberg ist einfacher und sicherer geworden. PaedML, die Musterlösung des Landesmedienzentrums (LMZ) für schulische Computernetze, erleichtert alltägliche Funktionen in Ihrem Unterricht wie das gemeinsame Nutzen von Programmen und Daten, das Surfen im Internet oder das Drucken. PaedML steht für pädagogische Musterlösung.

Der Erfolg bis heute

Über zwei Drittel der weiterführenden und rund die Hälfte der beruflichen Schulen in Baden-Württemberg setzen die paedML im Unterricht ein.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.support-netz.de/

Verständlicherweise kommt immer öfter die Frage auf, wie man mit iPads in der paedML umgeht. Eine offizielle Integration ist momentan und wohl auch mittelfristig nicht geplant. Fakt ist jedoch auch, dass immer mehr Schulen den Wunsch haben iPads in ihrer Netzwerklösung, mit der sie sonst sehr zufrieden sind, zu verwenden.

Eine in der Praxis erprobte Möglichkeit hat ein Kollege dokumentiert und uns zur Veröffentlichung bereitgestellt.

Link zum PDF: iPads in der paedML Windows