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Alternative zur Dokumentenkamera: Belkin Tablet Stage

Dass die Zeit des Overheadprojektors mit teuren Folien und Stiften im modernen Klassenzimmer vorbei ist, ist kein Geheimnis. Mit Dokumentenkameras, den sogenannten Visualizern, und einem Beamer können nicht nur die Inhalte von Folien und Vordrucken, sondern auch Bücher, Hausaufgabenhefte und Objekte direkt in der Klasse gezeigt, bearbeitet und als Screenshot gespeichert werden.

Zu den teuren Dokumentenkameras gibt es jedoch eine Alternative, die wesentlich mehr Funktionen bietet als die Dokumentenkamera und im Anschaffungspreis sogar günstiger ist:

Das „Belkin Tablet Stage“ ist eine stabile Halterung, in die Tablets oder Smartphones eingespannt werden können, die dann mit einem Beamer zusammen eine Dokumentenkamera ersetzen.

Wir haben das Ganze mit dem iPad getestet und finden, es ist eine gute, flexible und preislich attraktive Alternative.

Mit dem iPad braucht man:

iPad mit Kamera (alle Versionen ab iPad2)

die kostenlose App „Boardcam“ (Dokumentenkamera und Whiteboardfunktion)

Apple TV zur kabellosen Übertragung vom iPad auf den Beamer

Beamer (am besten HDMI Beamer)

 

Hier ein Vergleich der Anschaffungskosten (Dokumentenkamera oder Belkin Tablet Stage):

Eine gute Dokumentenkamera, z. B. Elmo L12 i kostet ca 650 Euro.

Alternativ dazu kostet das Belkin Tablet Stage ca 160 Euro. Selbst wenn dazu noch ein neues iPad angeschafft wird, z. B. das iPad Air 2, das mit 16 GB für ca 370 Euro zu haben ist, sowie eine Apple TV zur drahtlosen Übertragung auf dem Beamer an (ca 75 Euro), liegt man mit 605 Euro immer noch unter dem Preis der Dokumentenkamera, hat jedoch mit dem iPad wesentlich mehr Funktionen.

Die Halterung kann mit jedem Tablet und jedem Smartphone mit Kamera verwendet werden.

Schulen im Landkreis Reutlingen können die Halterung  am Kreismedienzentrum Reutlingen begutachten und testen.

Das iPad als interaktiver Whiteboardersatz

Nach Doceri habe ich noch eine weitere App entdeckt, mit dem man das iPad sehr gut in ein interaktives Whiteboard verwandeln kann: Dieses Programm heißt Goodnotes  und ist eigentlich eine Notiz-App, mit der man handschriftlich zeichnen, schreiben und malen kann. Neben den verschiedensten Werkzeugen wie Formenerkennung, verschiedenen Strichstärken und Farben ist das besondere, dass man den Bildschirm, auf dem man arbeitet, komplett von dem, was die Schüler sehen, trennen kann. Der Lehrer definiert so einen Ausschnitt für die Schüler, kann aber beliebig weit in einen Bereich zoomen, um sehr exakt mit dem Stift arbeiten zu können.

Weitere schöne Funktionen sind:

  • Dropbox Synchronisation
  • Handballenschutz
  • PDF-Export
  • viele schöne Vorlagen (liniert, kariert und eigene)
  • direkte Kamera-Integration, um beispielsweise Arbeitsblätter abzufotografieren

Die App kann man kostenlos testen, ist dann aber auf einen 2 Dokumente beschränkt. In der Bezahlversion für ca. 4 Euro kann man beliebig viele Dokumente undUnterordner erstellen.

Als passenden Stift empfehle ich den Jotpro V2 Stift. Dieser hat die Besonderheit, dass man nicht mit einer dicken, schwarzen Gummikappe schreiben muss, wie bei anderen kapazitiven Stiften, sondern durch eine durchsichtige kleine Scheibe genau sehen kann, wo man gerade schreibt. Das erleichtert exaktes Zeichnen und Schreiben ungemein. Man sollte sich die kleinen, durchsichtigen Kunststoffscheiben als Zubehör auf Vorrat kaufen, da diese sich doch leicht lösen können und leicht verloren gehen.

Der Stift kostet knapp 30 Euro und eignet sich wirklich hervorragend zum Schreiben.

Herzlichen Dank an Jürgen Dorsch für den Beitrag!
Herr Dorsch stellt auf der Website  www.schule-apps.de eine Online-Datenbank mit Bildungsapps bereit.

Das iPad als interaktives Whiteboard im Unterricht

Kann das iPad in Verbindung mit einem Beamer oder einem Großbildschirm als interaktives Whiteboard dienen? Wir haben die kostenlose Software doceri getestet. Diese Software erlaubt es, ähnlich wie bei interaktiven Whiteboards (z.B. SMART, Promethean, Hitachi usw) mit einem Stift auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm zu schreiben und zu zeichnen.

Für die drahtlose Übetragung des Bildes vom iPad zum Beamer / Großmonitor werden folgende Geräte benötigt:

  • iPad ab Version 2 (ab ca. 380 Euro) wir empfehlen iPad 3 wegen der besseren Kamera (ab 500 Euro)
  • Beamer oder Großmonitor mit HDMI-Anschluss
  • Apple TV Box (ca. 100 Euro)
  • Wlan muss im Raum verfügbar sein
  • die App doceri (kostenlos im Appstore)
  • kapazitiver Stift (Stylus) am besten mit Zusatzfunktionen Originalstift für die Software

Es können typische Tafelhintergründe verwendet werden, verschiedene Stifte, Linien und Formen, jeweils mit auswählbaren Farben, Linienarten, Radiergummie usw.

Mit der eingebauten Kamera kann man direkt Fotos in seine Tafelbilder einfügen. Tafelaufschriebe werden gespeichert und wie eine Art Video gespeichert, in einer Zeitleiste lässt sich die Entwicklung des Aufschriebes punktgenau zurückverfolgen und wie in einem Film an jede beliebige Stelle spulen. Die Tafelaufschriebe können auch wie Videotutorials gespeichert werden und z.B. an Schüler als Video oder als PDF verschickt werden.

Vorteile gegenüber einem echten, großen whiteboard:

  • Die Kalibrierung des boards fällt weg.
  • der Lehrer kann immer in Blickrichtung zu den  Schülern arbeiten und muss ihnen beim Schreiben nicht den Rücken zuwenden.
  • keine Schattenwurf, man kann an einer beliebigen Stelle im Raum stehen
  • es muss nicht der Schüler zum Board kommen, das Board (iPad) kann dem Schüler gegeben werden, um z.B. seinen Hefteintrag / Tafelanschrieb am Beamer zu zeigen.
  • viel geringere Kosten
  • kein langwieriges Hochfahren eines Computers notwendig
  • keine umständliche Verkabelung nötig
  • gemeinsam mit der Desktop-Version von Doceri können sämtliche Inhalte eines normalen Computers am iPad dargestellt und gesteuert werden (kostenpflichtige Version)

Nachteile gegenüber einem echten, großen Whiteboard

  • weniger Schreibfläche pro Seite als bei einem großen board, es können aber beliebig viele Seiten erstellt werden.
  • kein direkter Zugriff vom iPad auf das Schulnetz, nur über die kostenpflichtige Desktop Version

Fazit:

Wir finden die Möglichkeit faszinierend, einen großen Teil der Funktionen und Möglichkeiten eines interaktiven Whiteboards auf so günstige und einfache Weise realisieren zu können. Besonders gefallen hat uns, dass man mit dem iPad und dem Stift in der Hand den Schülern immer zugewandt sein kann. Die Möglichkeiten sind für die meisten Tafelanschriebe völlig ausreichend, das System ist sehr schnell im Unterricht einsetzbar, ein langwieriges Hochfahren des PCs, Benutzeranmeldung, ggf. Kalibrierung usw. fällt weg, das spart viel Zeit und Nerven im Untericht.

Herzlichen Dank an Herrn Jürgen Dorsch für den Beitrag!
Herr Dorsch stellt auf der Website  www.schule-apps.de eine Online-Datenbank mit Bildungsapps bereit.